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Begleiter
Herzlich willkommen in dieser Ausstellung, in der Auferstehungskirche. Eine Ausstellung in einer Kirche ist nicht ungewöhnlich, aber dennoch immer wieder ein kleines Wagnis - etwas Neues. Normalerweise haben Kirchen Stühle oder Bänke - sind nicht leer geräumt. Haben vielleicht Bilder an den Wänden - aber nicht große Körper (Stelen) mitten im Raum. Kunst verändert den Raum. 7 große Stelen erwarten Sie. Die beiden kleinen sind nur 5 Meter hoch, drei weitere 6 und zwei 7 Meter. Das ist schon eine enorme Höhe. Und dennoch bleiben zwischen der größten Stele und dem höchsten Punkt des Kirchenschiffes noch gut 5 Meter Spielraum. Kirchen entführen - nicht nur von Außen - den Blick die Höhe. Es gibt noch weitere Besonderheiten. Wer die Auferstehungskirche kennt, der weiß, dass der Boden aus Beton ist, überhaupt ist eine Menge Beton eingeflossen, dann kommen die weißen Ziegelwände, oben das bunte Band der Fenster - und darüber die Holzdecke - wie ein Zeltdach. Die Stelen spiegeln die Architektur der Kirche genau anders herum wieder. Unten das Holz der Decke - dann das Fensterband (am Abend mit Innenbeleuchtung), dann fällt der Blick auf viel beton-grau, oder auch auf das weiß der Ziegel, ja nachdem, wo man steht. Die 7 Kunstwerke stehen also über Kopf - das hat der Künstler so gewollt. Und noch eines ist gewollt: die Schrift auf den drei beton- grauen Seiten einer jeder Stele. Auf der einen Seite stehen Worte aus der Bibel. In der Kirche wird das biblische Wort vermittelt, gesagt, gepredigt, gesungen, ausgelegt - auf ganz unterschiedliche Weise - wie beispielsweise in dieser Ausstellung, wie auf diesen Stelen. Auf der zweiten Seite stehen zu dieser biblischen Aussage Fragen, Zweifel und Widersprüche. Eigentlich auch klar, denn: wer glaubt schon alles, was da so in der Bibel steht. Wer hat nicht die eine oder andere Frage an diesen Gott, sein Wirken, sein Handeln, sein DA-SEIN? Auf der dritten Seite stehen weitere Worte - Worte des Zuspruches. Das heißt: Ja, ich habe schon einmal gemerkt oder gefühlt, dass das Wort, der Satz, die Geschichte aus der Bibel aktuell und richtig ist. Ja, ich schon einmal gemerkt, das gehört zu meinem Leben. Die vierte Seite einer jeden Stele ist weiß gestrichen, unbeschriftet. Hier darf das Auge ruhen . Wenn sie jetzt in die Ausstellung gehen?. einfach erst mal sehen und vielleicht auch staunen, sich beeindrucken lassen erst einmal herumgehen und sehen und lesen vielleicht sich irgendwo hinsetzen, sich Gedanken machen, ins Selbstgespräch oder auch ins Gebet kommen. Es gibt keine Reihenfolge, keine Rangordnung der Stelen - das bedeutet, da hängen bleiben , wo Sie möchten. Nachdenken, zur Ruhe kommen. An jeder Stele liegen Tuchfetzen und ein Stift. Wenn Sie mögen, dann schreiben Sie etwas auf den Tuchfetzen, was Ihnen gerade durch den Kopf geht, was Sie bewegt. Sie können das Tuch dort liegen lassen oder an die große weiße Wand heften. Sie können es auch in der Tasche verschwinden lassen und mit nach Hause nehmen. Wichtig ist: Lassen Sie sich Zeit - nachspüren, die Stille spüren, den Raum entdecken, und vielleicht einen Zipfel Gottes in Ihrem Leben
